Am Samstag dem 9. Mai fand unsere erste PV-Praxis-Exkursion in Gustavsburg statt. Statt der ursprünglich geplanten maximal zehn Plätze konnten wir insgesamt 11 interessierte TeilnehmerInnen begrüßen, die sich aus erster Hand über private Photovoltaik-Lösungen informieren wollten.
Im Laufe des Vormittags besuchten wir insgesamt 7 ganz unterschiedliche Photovoltaik-Anlagen und erhielten dabei einen beeindruckenden Einblick in die Vielfalt moderner Solarenergienutzung. Besonders wertvoll war der direkte Austausch mit den BetreiberInnen, die offen über ihre Erfahrungen, Entscheidungen, Herausforderungen und Optimierungsmöglichkeiten berichteten.
Die Vielfalt der besichtigten Anlagen
Bereits die erste Station zeigte, dass der Einstieg in die eigene Stromerzeugung unkompliziert möglich sein kann: Ein Balkonkraftwerk mit Südausrichtung, montiert als Flachanlage auf einer Garage, demonstrierte, wie auch kleinere Flächen sinnvoll genutzt werden können.
An einer weiteren Station wurde eine Ost-West-ausgerichtete PV-Anlage mit Batteriespeicher vorgestellt, ergänzt durch eine Warmwasseraufbereitung mittels Röhrenkollektoren direkt an der Südfassade des Hauses und mit der Besonderheit eines Warmwasser geführten Holzofens – ein spannendes Beispiel für die Kombination verschiedener erneuerbarer Energietechnologien.
Besonders beeindruckend war eine Anlage, deren Module auf drei unterschiedliche Himmelsrichtungen verteilt sind und die mit einem 12,5-kWh Speicher von E3/DC arbeitet und auch bei Stromausfall eine autarkere Energieversorgung ermöglicht. Hier wurde deutlich, wie durch intelligente Planung auch komplexe Dachsituationen optimal genutzt werden können.
Ebenfalls besichtigt wurde eine klassische Südanlage mit Wechselrichtertechnik von Sungrow und einem 10-kWh-Speicher, die auf maximale Eigennutzung ausgelegt wurde. Der Betreiber lud zum Verweilen bei Kaffee, kalten Getränken und Laugengebäck ein.
Ein weiteres interessantes Praxisbeispiel war eine PV-Anlage ohne Batteriespeicher, deren EEG-Förderung in absehbarer Zeit ausläuft. Hier standen insbesondere Fragen rund um Weiterbetrieb, Nachrüstung und zukünftige Nutzungskonzepte im Mittelpunkt.
Ein technisches Highlight bildete schließlich eine Anlage mit Hochvolt- und Niedervolt-Speichersystemen, optimiert auf Überschussspeicherung und mit der Möglichkeit, unterschiedlichste PV-Anlagen in ein gemeinsames Energiesystem zu integrieren. Diese Lösung zeigte eindrucksvoll, welche Flexibilität moderne Energiemanagement-Systeme heutzutage bieten.
Aus geplanten drei Stunden wurden fast fünf
Ursprünglich war die Exkursion bis 12:00 Uhr geplant. Doch das große Interesse der Teilnehmenden, die zahlreichen praxisnahen Fragen und die kompetenten, offenen Antworten der Anlagenbetreiber sorgten dafür, dass die Veranstaltung deutlich länger dauerte als vorgesehen.
Gerade dieser direkte Austausch machte die Exkursion zu einem besonderen Erlebnis und zeigte einmal mehr: Die Energiewende lebt vom Teilen von Erfahrungen, vom offenen Dialog und von Menschen, die bereit sind, ihre eigenen Projekte transparent vorzustellen.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen GastgeberInnen, die ihre Anlagen geöffnet und ihr Wissen mit uns geteilt haben – sowie allen Teilnehmenden für das große Interesse und die spannenden Diskussionen.
Fortsetzung folgt – weitere Exkursionen sind bereits in Planung!
Text + Fotos: M. Hoitz








